Back to the Roots

Seit ein paar Monaten führen wir mit unseren Alt- und Neumitgliedern immer wieder die Diskussion bezüglich unseres „neuen“ Vereinsnamens. Vor zwei Jahren haben wir uns auf Grund äußerer und innerer Umstände entschieden den Vereinsnamen von CCCD auf LSCD zu ändern.

Caterham Cars erweiterte damals das Produktportfolio deutlich über den „eigentlichen“ Seven hinaus. (Caterham SP/300, Motorräder, Karts, die geplante Kooperation mit Alpine) und engagierte sich in der Formel 1, GT2 und Le Mans.

Des Weiteren wurden von Seiten der deutschen Händler Erwartungen an den Club und seinen Vorstand gestellt denen wir nur bedingt bzw. die wir gar nicht erfüllen konnten bzw. wollten.

Hier wurde auch öfter der Club-Name CCCD erwähnt, der bestimmte Erwartungen bei den Händlern implizierte. Hier ging es Hauptsächlich um die Frage, in wie weit der Club Gebraucht- oder Neuwagen-Händler unterstützen sollte.

Die inneren Umstände beruhten auf den Wünschen mehrerer Clubmitglieder, die mit der Umbenennung auf LSCD der Geschichte und Historie des Lotus und Caterham Super Sevens mehr Bedeutung und Anerkennung verleihen wollten. Einige dieser Mitglieder hatten sich im Vorfeld der Umbenennung sehr im Verein engagiert und wir hofften damit auch näher an die original „Lotus Seven Gemeinde“ zu rücken umso das ein oder andere neue Clubmitglied zu gewinnen.

Die Umbenennung von CCCD in LSCD stieß bei vielen Vereinsmitgliedern (insbesondere bei der Mehrheit der Caterhamfahrer) auf Unverständnis. Dies war allerdings auch hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass viele der o.g. Umstände damals eher intern beim Vorstand diskutiert wurden und an der Vereinsbasis gar nicht ankamen. Dennoch konnten wir damals die Mehrheit der Mitglieder auf der Mitgliederversammlung überzeugen den Namen von CCCD auf LSCD zu ändern.

Nach zwei Jahren LSCD ist es nun an der Zeit Resümee zu ziehen, ob die Umbenennung unsere Erwartungen erfüllt hat.

Leider müssen wir feststellen, dass sich die Erwartungen nur teilweise bzw. gar nicht erfüllt haben, es ist sogar eher das Gegenteil eingetreten.

Die äußeren Umstände haben sich gewandelt.

Caterham Cars entwickelte sich wieder „Back to the Roots“. Stieg aus der Formel 1 aus und begrub die Kooperation mit Alpine. Damit wurde auch das Portfolio um SP/300, Motorräder, Karts, etc. reduziert und man besann sich zurück auf die „alten Tugenden“ – den Seven. Eine Entscheidung, die mich persönlich sehr gefreut hat, da es - meiner Meinung nach - in Zukunft schon genug Herausforderungen für Caterham Cars geben wird: Brexit, EU und Euronormen, etc. lassen grüßen. Das deutsche Händlernetz hat sich ebenfalls deutlich verkleinert. Auf Grund der Händlerkonsolidierung im Gebraucht- und Neuwagengeschäft sind die damaligen Erwartungen an den Club heute obsolet geworden.

Das Verhältnis des Clubs zu den offiziellen Händlern wurde und wird stetig besser, was man auch an den drei gemeinsamen Events des Clubs mit Kurt Hoffmann in Dierdorf in diesem Jahr sehen kann. Bei Kurt Hoffmann wurde eine Club-Ecke eingerichtet und es gibt nun vierteljährlich Gespräche mit den Händlern und dem Vorstand.

Auch die Umstände innerhalb des LSCD haben sich verändert.

Leider mussten wir feststellen, dass sich unsere Hoffnungen, den Fahrern eines original Lotus Seven, durch die Umbenennung in LSCD eine neue Heimat bieten zu können, nicht erfüllt haben.

Im Gegenteil. Nun erhalten wir vermehrt, ja fast wöchentlich, Anfragen auf Vereinsmitgliedschaft von Besitzern „fragwürdiger“ Seven, die behaupten einen „Lotus Seven“ zu fahren, nur, weil eine Lotus-Plakette auf der Kunststoffnase ihres Replikates klebt. Alleine diesen Besitzern auf nette Art Abzusagen und zu diskutieren, warum ihr Seven in unseren Augen doch kein „echter“ Seven ist und der Markenclub LSCD keine Nachbauten irgendwelcher Art aufnimmt, nimmt einiges an Zeit in Anspruch die Andreas natürlich zum Putzen seines Caterhams fehlen.

Das Engagement der Mitglieder, die sich im Vorfeld der Umbenennung so eifrig an dem Vereinsleben beteiligten hat leider nach der Umbenennung schlagartig nachgelassen. Ob hier ein Zusammenhang besteht, mag ich nicht zu beurteilen. Erfreulich ist allerdings das Engagement einiger neuer Mitglieder im Club. Die Beteiligung im Internetforum, bei der Erstellung von Artikeln für den Tiefflieger, oder auch bei den Club-Events und -Ausfahrten überrascht und freut uns sehr. Weiter so!

Wir haben nun über 200 Mitglieder und wachsen langsam, aber stetig weiter. Hier stellen wir fest, dass Neumitglieder meist Eigentümer neuerer Caterhams sind (meist Neuwagen, oder gebrauchte Caterhams aus England mit Einpritzmotoren, aber fast keine mit echten „alten“ Vergasermodellen mehr).

Der heutige neue Caterhamfahrer unterscheidet sich auch immer mehr von der „alten“ Schrauber-Fraktion zu der ich mich noch gehörig fühle. Die Zeiten, wo man einen preisgünstigen Caterham mit Schrauberpotential erwerben konnte sind wohl langsam vorbei. Seltene Fahrzeuge – zu denen sicher auch Caterham gehört – stehen heutzutage hoch im Kurs. Anleger - deren finanzielle Mittel meine bei weitem überschreiten - investieren nicht mehr bei den Banken und an der Börse, sondern widmen sich anderen Bereichen wie Oldtimer, Immobilien, Kunst, etc. und die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auf.

Die Preise von Caterham Neuwagen beginnen aktuell bei 30.000 Euro (Seven 165) und gehen locker über 60.000 Euro (Seven 485 mit ein paar Extras) hinaus. Somit erwartet der heutige Neuwagenkäufer - mit Recht - einen voll funktionsfähigen Wagen mit Wartung in der Vertragswerkstatt der ohne eigene Schrauberkenntnisse problemlos jeden Tag fahrbereit in der Garage steht. Das ist auch für die deutschen Händler eine Herausforderung, bzgl. der Qualitätsanforderungen von Seiten der Kunden und der Ersatzteilversorgung. Wo man früher einfach einmal selbst den gerissenen Gas- oder Kupplungs-Zug gewechselt hat, muss man heute die Werkstadt aufsuchen.

Etwas trauere ich den alten Zeiten schon nach, als man den Wagen erste einmal gründlich überprüfen und dass ein oder andere Schräubchen nachziehen musste, bevor die Ausfahrt stattfinden konnte. Allerdings werde ich auch nicht jünger und freue mich jedes Mal, wenn ich einfach den Zündschlüssel herumdrehen, losfahren und ohne Probleme wieder nach Hause komme.

Rückwirkend gesehen war die Umbenennung des Vereinnahmens von „Caterham Car Club Deutschland“ in „Lotus Seven Club Deutschland“ in 2015 sicher die richtige Entscheidung.

Allerdings müssen wir feststellen, dass der Name LSCD uns heute eher Nachteile als Vorteile bringt. Wir sind kein starrer Verein, sondern haben uns auf die Fahne geschrieben flexibel und mit der nötigen Vorsicht auf Veränderungen zu reagieren. Daher wäre mein Vorschlag es Caterham Cars gleich zu tun und wieder „Back tot he Roots“ zu gehen. Eine Rück-Benennung in CCCD würde der gegenwärtigen sowie der zukünftigen Entwicklung des Vereins und von Caterham Cars gerecht werden.

Das Thema „Namensänderung“ ist uns nicht neu. Bereits bei der Vereinsgründung wurde der Vereinsname sehr lange diskutiert. Da die Gründungsmitglieder alle einen „neueren“ Caterham fuhren, sind wir damals dem Trend der anderen Clubs (Lotus Seven Club England, Lotus7Club Italien, Lotus Seven Owners Switzerland) nicht gefolgt und haben extra den Namen “Caterham” im Vereinsnamen belassen.

Der Vereinsname CCCD hatte ganze 9 Jahre bestand und wurde nur auf Grund äußerer und innerer Umstände in LSCD geändert. Nun finde ich ist die Zeit gekommen wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen. Meiner Meinung nach repräsentiert der Name „Caterham Car Club“ uns und unsere Mitglieder einfach besser und zeitgemäßer. Der Satz unter dem Vereinsnamen wurde und wird natürlich nicht verändert. Wir sind und bleiben ein „Verein für Caterham und Lotus Seven Enthusiasten“ und sehen uns als Markenclub für alle original Lotus Seven sowie alle Caterhams (inkl. dem schönen Caterham 21).

Vorteil von technischer Sicht. Wir haben natürlich alle Webseiten, Links, etc. des CCCD behalten und daher ist eine Rückbenennung in CCCD relativ einfach durchzuführen. Was wir dafür brauchen ist eure Unterstützung. Wir werden in der Mitgliederversammlung am 18.11.2017 die Namensänderung zur Abstimmung bringen und freuen uns über zahlreiches Erscheinen der Vereinsmitglieder. Wir vom Vorstand hoffen auf eure Stimme. Die Lokation zur Mitgliederversammlung wird dieses Mal zwischen Darmstadt und Mannheim sein, mit gutem Autobahnanschuss sowie wunderschönen Caterham-Strecken in der unmittelbaren Nähe – für alle diejenigen, die kein Kurzzeitkennzeichen haben und mit den Caterham anreisen möchten.

Bis dahin wünsche ich euch allen eine wunderschöne tieffliegenden Caterham-Zeit.

Für den Vorstand
Heiko Runkel

2. Vorsitzender des (noch) LSCD

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